Mit einem guten Ergebnis wählten die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) am vergangenen Wochenende Olaf Schüssler aus Melsungen in ihren Bundesvorstand. Der 39-Jährige erhielt während des Kongresses in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam 105 Stimmen.
Olaf Schüssler engagiert sich seit 1987 in der Gewerkschaft und ist seit 1990 Mitglied der SPD. Seit Mai 2009 hat er – neben seinem parteipolitischen Engagement – das Amt des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden der E.ON Energy from Waste Heringen inne. In den kommenden zwei Jahren wird er als Beisitzer im Bundesvorstand der AfA mitarbeiten.

Während der Konferenz verabschiedeten die Sozialdemokraten mit großer Mehrheit einen Antrag der nordhessischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, laut dem Besserverdienende durch höhere Solidarbeiträge verstärkt zur Finanzierung der Haushalte heranzuziehen sind. Dazu gehören unter anderem die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die Erhöhung des Spitzensteuersatzes.
Dass sich die SPD verstärkt ihrer früheren Stammklientel zuwenden müsse, war Grundtenor der Konferenz. „Diese Partei hat eine Chance wenn sie wieder erkennt, dass sie für die kleinen Leute da ist“, betonte DGB-Chef Michael Sommer in seinem Grußwort. Der – mit einem großartigen Ergebnis von 96,2 Prozent – wiedergewählte AfA-Bundesvorsitzende Ottmar Schreiner prognostizierte, dass in den kommenden Jahren die härtesten Verteilungskämpfe seit 1949 stattfinden werden.
„Wir brauchen keine Steuersenkungen, sondern Steuergerechtigkeit“, so Schreiner. Nun müssten Diejenigen ran, die in den vergangenen zehn Jahren von der Verteilungspolitik profitiert haben.
Während der Konferenz ließ es sich der Bundestagsabgeordnete und langjährige Gewerkschafter Ullrich Meßmer nicht nehmen, der nordhessischen Delegation einen Besuch abzustatten.